Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie
Das Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie (RTC) wurde 2008 auf Initiative des Herzchirurgen und Wissenschaftlers Prof. Dr. Gustav Steinhoff an der Universitätsmedizin Rostock als eines der fünf von Bund und Ländern geförderten Translationszentren für Regenerative Medizin in Deutschland gegründet. Es befindet sich im Biomedizinischen Forschungszentrum (BMFZ) Rostock.
Am RTC wird Hochleistungsmedizin betrieben. Fokussiert auf kardiovaskuläre Erkrankungen werden unter Einsatz modernster molekular- und zellbiologischer Forschungsmethoden – häufig in Kooperation mit Industriepartnern – innovative Ansätze für Stammzelltherapien im Labor entwickelt und in Tiermodellen überprüft. Nachdem Sicherheit und Wirksamkeit im klinischen Studienzentrum des RTC belegt worden sind werden die neuen Therapien in die Patientenversorgung der Klinik für Herzchirurgie übernommen. Der Gesundheitszustand aller Stammzellpatienten wird hier in einem Register lebenslang weiter beobachtet. Dieses dient der Nachverfolgung von Sicherheit und Wirksamkeit der neuartigen Therapien.
Das Konzept des RTC beinhaltet, dass alle Translationsschritte im Rahmen der Entwicklung sowie die Herstellung der Stammzellprodukte und die Behandlung der Patienten standardisiert und qualitätsgesichert entsprechend den gesetzlichen Anforderungen für „Arzneimittel für neuartige Therapien“ durchgeführt werden. Damit nimmt das RTC die Position eines Referenzzentrums ein.
RTC – Aufgaben
Am Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie (RTC) der Universitätsmedizin Rostock werden neue Behandlungsmethoden mit Stammzellen für Herzkrankheiten entwickelt und angewandt. Ziel ist es, durch den Einsatz regenerativer Therapien eine Heilung des geschädigten Herzens zu erreichen Dabei ist „das nachwachsende Herz“ die Vision.
Um den Aufgaben eines Translationszentrums gerecht zu werden umfassen die Aktivitäten des RTC – fokussiert auf regenerative Therapien mit Stammzellen im kardiovaskulären Bereich – alle zur Entwicklung neuer Therapien erforderlichen Schritte. Hier ist zunächst die Grundlagenforschung zu nennen, bei der die Wirkungsweise ausgewählter Stammzellpopulationen sowie die komplexen Mechanismen der Regeneration im Herzgewebe erforscht werden. Diese geht über in die prä-/nichtklinische Entwicklung von erfolgversprechenden primären und modifizierten Stammzellprodukten sowie von optimierten Applikationsverfahren. Für die Herstellung von Stammzellpräparaten in der RTC-eigenen Herstellstätte im „Point of Care“-Verfahren werden auf dem Markt verfügbare Systeme erprobt und bei Eignung etabliert. Nächste Schritte sind die Vorbereitung, Beantragung und Durchführung von klinischen Studien der verschiedenen Phasen sowie nach erfolgreichem Abschluss der Studien das in den Verkehr bringen (Zulassung) der geprüften Produkte. Darüber hinaus werden am RTC Standards für die Patientenversorgung festgelegt. Basis ist ein am Zentrum dafür entwickeltes Register, in welchem der Gesundheitszustand aller Patienten nach Abschluss der Therapie lebenslang einmal jährlich dokumentiert wird. Die daraus resultierenden Langzeitdaten werden kontinuierlich ausgewertet und bewertet und dienen der „Therapievigilanz“, sind aber auch Grundlage für Weiter- und Neuentwicklungen der Therapien sowie für die Versorgungsforschung.
Alle im Rahmen des Translationsprozesses am Zentrum angewandten und entwickelten Methoden und Verfahren werden standardisiert und qualitätsgesichert gemäß den Anforderungen der „Guten Praxis“ etabliert und durchgeführt. Damit kann sich das RTC als Referenzzentrum positionieren und Service-Leistung anbieten. Zu den weiteren Aufgaben des RTC gehört es, die Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen sicherzustellen, zukünftige Anwender zu schulen sowie Ärzte, Patienten und die Öffentlichkeit zu informieren.